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Silicon Valley Ostwürttemberg / Start-up Campus

Session-Dokumentation INDUSTRIEcamp 2018

08.06.2018 · Franziska Köppe | madiko

Session-Geber / moderiert von: Jochen Lanksweirt
Wann und wo: 08.05.2018, 16 Uhr, Raum “Karl F. Braun”
Dokumentiert von: Jochen Lanksweirt, Franziska Köppe, den Teilgebern der Session via stattys

Die Herausforderung

  • Wo gehe ich heute als mittelständisches Unternehmen hin, wenn ich eine pfiffige Idee habe?
  • Wie gelingt die Digitalisierung in meinem klassischen Maschinenbau?
  • An wen wende ich mich, wenn ich einen 3D-Druck haben will?
  • Wie finde ich Start-ups aus der Region zur Kooperation und Kollaboration?

Zentrale Fragen & Arbeitsthesen

These: Die “gelben Seiten” sind nicht wirklich das Highlight, mit dem ich heute noch eine der genannten Herausforderungen knacken kann.

Herangehensweise ans Thema im Rahmen der Session:

  • Silicon Valley – viele sprechen davon, was haben wir im Kopf beim Thema Silicon Valley?
  • Was macht die Unternehmen im Silicon Valley erfolgreich?
  • Was hindert uns daran, es genauso zu tun?
  • Welche Handlungsempfehlungen leiten sich daraus ab?
  • Was muss Wirtschaft / Hochschule / Politik anders machen, damit sich Leute trauen, auch unternehmerisch tätig zu werden?

INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation

INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation "Silicon Valley Ostwürttemberg / Start-up Campus"
[ 2018--05 INDUSTRIEcamp & Jochen Lanksweirt / voestalpine ]

Warum ist das Silicon Valley erfolgreich?

  • keine Rohstoffe (benötigt)
  • Geld / Budget
  • Mut
  • Fleiß
  • Marketing
  • Infrastruktur: große Unternehmen am Standort
  • Rahmenbedingungen
    • einfaches Gründen
    • im “Fahrwasser” großer Unternehmen
    • Ruf / Prestige “Im Silicon Valley” (= Marke, erfolgreich “durch Silicon Valley”)
INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation

INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation "Silicon Valley Ostwürttemberg / Start-up Campus"
[ 2018--05 INDUSTRIEcamp & Jochen Lanksweirt / voestalpine ]

Mögliches Traumbild für Ostwürttemberg

  • Spielen dürfen!
  • Kultur des Scheiterns (schwäbische Mentalität des “keine halbgaren Sachen”)
  • Unabhängigkeit von Kapital (Starthilfe!!!)
  • ausreichend Risiko-/Venture-Kapital
  • weniger Bürokratie
  • Experten zur Unterstützung im Aufbau / Wachstum
  • Coaching als Dienstleistung
INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation

INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation "Silicon Valley Ostwürttemberg / Start-up Campus"
[ 2018--05 INDUSTRIEcamp & Jochen Lanksweirt / voestalpine ]

Was hindert uns daran?

  • (mangelnde) Fehlerkultur
  • Mentalität des “Wer scheitert, ist verbrannt!” / Akzeptanz von Scheitern
  • Perfektionsanspruch in der Entwicklung
  • Bedürfnis nach Sicherheit(en) und wenig Risikobereitschaft
    (Absicherung von Familie, Haus, Kind, …)
  • Zögerlich bei Veröffentlichung
  • Kultur des “Bloß nichts Teilen”
  • Digitalisierung erfordert mehr virtuelle, statt physische Produkte
    (Industrie in BaWü momentan eher Produkt-getrieben, Digitalisierung von Produkten im Sinne weiterer Automation / Effizienzsteigerung als oberstes Ziel, zu wenig Service-Mentalität und Know-how für Disruption)
  • alles aus IT relativ kostenintensiv für Gründung
  • Motivation
  • Fehlende Starthilfen / Fördergelder kommen nicht bei den Gründern an
  • Finanzierung
  • Fehlende (öffentliche) Knowledge-Base für Start-ups / Gründungen

Ideen & Lösungsansätze

Daraus leitete die Gruppe folgende Handlungsempfehlungen an Wirtschaft, Bildung, Gesellschaft und Politik ab:

INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation

INDUSTRIEcamp 2018. Session-Dokumentation "Silicon Valley Ostwürttemberg / Start-up Campus"
[ 2018--05 INDUSTRIEcamp & Jochen Lanksweirt / voestalpine ]

Wirtschaftliche Aspekte

  • Flexibilität im Arbeiten (z. B. 50% Start-up / 50% “Kühlschrank füllen”, 20-Stunden-Woche)
  • staatliche Förderung von Infrastruktur (z. B. zeitlich befristet für 1-2 Jahre, unentgeltliche Räumlichkeiten und Ausstattung für Gründer in einem “Hub” / “Lab” o. ä., Beteiligung der Jungunternehmer an der Infrastruktur, die bereits Gewinne erwirtschaften)
  • staatliche Förderung (Finanzen)
  • Investitionsbereitschaft seitens der Firmen fördern (Nach Wegen suchen, die Finanzierungsbereitschaft von Firmen deutlich zu erhöhen – diskutiert wurde auch ein “zur Not mit Druck”.)
  • Die Möglichkeit, Rücklagen bilden zu können (Sicherheitsfinanzierung auch für Unternehmergehälter – nicht nur für Investitionsgüter).
  • Rücken frei / sich nicht kümmern müssen um Bürokratie / Infrastruktur usw.
  • Vernetzung und Kooperativen von Gründern mit Unternehmen (formelle und informelle Strukturen schaffen, Hürden abbauen, dass sich beide “treffen” und miteinander arbeiten können)
  • Gegenseitige Verlinkungen / Linksammlung(en) im Internet

Bildungs-Aspekte

  • Stärken des Selbstbewusstseins des Einzelnen
  • “Gründung” als Studieninhalt (Integration als fester Bestandteil im Curriculum nicht nur der Wirtschaftswissenschaften sowohl der wirtschaftlichen als auch der politischen und gesellschaftlichen Aspekte, Nachhaltigkeit, Sinnvoll Wirtschaften – konstruktives Hinterfragen von konventioneller BWL)
  • (kostenfreies) Gründer-Coaching an der Hochschule (Wo gehe ich hin? Wen kann/muss ich fragen? Wer nimmt mich an der Hand bei konkreten Fragen? usw.)
  • Mentoring von Unternehmern durch gestandene Unternehmer
  • Orientieren von Gründer-Programmen an guten (z. B. HdM) wie auch schlechten Start-up-/Accelerate-Programmen (aus beidem lernen und besser machen)
  • Gründermentalität schon im Kindergarten fördern

Politische Aspekte

  • Politik / Wirtschaft / Bildungseinrichtungen müssen klaren Willen zeigen, Gründer/Gründungen zu unterstützen.
  • Abbau von Bürokratie
  • Vereinfachen und bessere Sichtbarkeit für Förderungen

Gesellschaftlich-kulturelle-soziologische Aspekte

  • Transfer / Netzwerken
  • Profil (der Region) schärfen
  • Klischee des “bösen” Unternehmers mit dickem Geldbeutel und Jaguar auflösen
  • Aufheben des Tabus über Zukunftsängste reden zu dürfen

Fazit und zentrale Erkenntnisse der Gruppe

Es macht Sinn, sich nicht am Silicon Valley zu orientieren oder es gar zu imitieren / kopieren. Wichtiger ist, eine eigene Vision für Unternehmertum zu formulieren (Europäische Werte, Humanismus, Aufklärung, …).

Weiterführend wurden daher folgende Fragen entwickelt:

  • Was ist das Profil von Ostwürttemberg?
  • Was sind unsere Ziele?
  • Was macht uns aus?

Jede/r UnternehmerIn (sei es Porsche und Daimler oder auch die großen Tech-Giganten im Silicon Valley) fängt klein an. Wir müssen lernen zu begreifen, dass Unternehmertum ein Lernprozess ist, der ein ständiges Umdenken / Andersdenken / Neudenken erfordert.

Weiterführende Informationen

stAArt-Up!de
Gründungsinitiative der Hochschule Aalen für Studierende, MitarbeiterInnen, AbsolventInnen und ProfessorInnen.

Spinnovation
Projekt Spinnovation zur Änderung des Mindsets in Richtung Entrepreneurship und Innovation an den Hochschulen HS Aalen, HS Reutlingen und HdM Stuttgart durch die Umgestaltung der Curricula und Entwicklung neuer Angebote.

INNOZ
Innovationszentrum an der Hochschule Aalen und der Stadt Aalen
Ziel ist es, Unternehmensgründungen aus der Hochschule Aalen und der Region zu fördern sowie den Technologietransfer zu unterstützen und die Innovationskraft von Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), zu stärken.

Start-up Baden-Württemberg
Start-up-Community des Landes Baden-Württemberg, initiiert und gefördert durch das Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

SocEnt BW
Social Entrepreneurship Baden-Württemberg. Social Entrepreneurship ist ein Konzept, in dem Unternehmen einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. SocEnt BW ist ein Netzwerk für Unternehmen mit einer verantwortungsvollen Mission in BW. Sie fördern, vernetzen und qualifizieren social entrepreneurs und etablieren Social Entrepreneurship im Ländle.

Science-Starter
Sciencestarter ist die Crowdfunding-Community (via startnext) zur Finanzierung von Projekten aus Wissenschaft, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Wir wollen Projekten eine schnelle und unkomplizierte Finanzierung ermöglichen und Wissenschaft offener, persönlicher und erlebbarer machen.

EcoCrowd
Crowdfunding-Plattform der Deutschen Umweltstiftung für nachhaltige Projekte. Hier werden nachhaltige Projekte und Startups vorgestellt, die Starthilfe benötigen. Projekte, die auf EcoCrowd Finanzierung sammeln, werden von der Deutschen Umweltstiftung anhand eigens entwickelter Kriterien geprüft und persönlich beraten. Durch den Austausch mit der Crowd können die vorgestellten Projekte nicht nur finanziert, sondern auch weiterentwickelt werden – so entstehen kontinuierlich neue Ideen und Nachhaltigkeit wird zu einem erlebbaren Konzept.

EXIST
Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Ziel ist es, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern. Darüber hinaus sollen die Anzahl und der Erfolg technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen erhöht werden.
Hierzu unterstützt das BMWi Hochschulabsolventinnen, -absolventen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende bei der Vorbereitung ihrer technologieorientierten und wissensbasierten Existenzgründungen. Darüber hinaus fördert EXIST eine lebendige und nachhaltige Gründungskultur an öffentlichen und privaten Hochschulen.


Weitere Informationen und Ad-hoc-Beratung gern von Franziska.

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